Im Juni 2024 hat die Stadt Gummersbach den "Handlungsleitfaden zum Umgang mit Freiflächen-Photovoltaikanlagen" des Oberbergischen Kreises beschlossen. Für die Stadt Gummersbach sieht der Leitfaden eine - rechtlich nicht bindende - Empfehlung zur Ausweisung von etwa 34 Hektar Freiflächen-PV-Belegung vor. Im Rahmen einer Weißflächenanalyse hat die RheinEnergie eine potenzielle Fläche in Gummersbach-Lützinghausen identifiziert, die sich für die Errichtung einer Freiflächen-Photovoltaikanlage eignet. Nach aktuellem Stand könnten auf dieser Fläche bis zu 20 Megawatt (MW) Photovoltaikleistung installiert werden. Derzeit befindet sich das Projekt in einer frühen Projektphase. Weitere Detailprüfungen – insbesondere hinsichtlich Netzanschluss, Genehmigungsfähigkeit und naturschutzrechtlicher Aspekte – sind erforderlich. Im Zuge dieser Prüfungen kann es zu Anpassungen hinsichtlich der nutzbaren Fläche und der installierbaren Leistung kommen.
Kurzsteckbrief Freiflächen-Photovoltaikanlage Gummersbach-Lützinghausen
Die RheinEnergie AG plant, zusammen mit der AggerEnergie GmbH, in Gummersbach-Lützinghausen eine Freiflächen-Photovoltaikanlage, um grünen Strom für die Region direkt vor Ort zu erzeugen. Die Anlage umfasst etwa 22 Hektar, auf denen insgesamt ca. 20 MWp installiert werden können. Ausgehend von einem spezifischen Ertrag von 1.000 kWh pro installierten Kilowatt (peak) ergibt sich damit ein Gesamtertrag von etwa 20.000 MWh pro Jahr. Hiermit können bilanziell rund 6.600 Haushalte versorgt werden. Durch die regenerative Stromerzeugung werden pro Jahr außerdem etwa 10.000 t CO₂ eingespart (Berechnungsgrundlage: UBA, Entwicklung der spezifischen Treibhausgas-Emissionen des deutschen Strommix in den Jahren 1990-2023, 2024). Somit leistet das Projekt einen wesentlichen Beitrag zur lokalen Energiewende in Gummersbach.
Standort
Ergebnis einer Potenzialanalyse
Die RheinEnergie AG hat Möglichkeiten für den Bau von Freiflächen-Photovoltaikanlagen im gesamten Stadtgebiet von Gummersbach geprüft. Dabei haben wir Ausschlussflächen wie Naturschutzgebiete, Waldgebiete aber auch die Topografie berücksichtigt. Als ein Ergebnis dieser Potenzialflächenanalyse haben sich die Flächen in Lützinghausen ergeben.
Vereinbarkeit mit Landschaft und Natur
Bei der Entwicklung jeder Anlage wird auf eine möglichst gute Einbindung in das Landschaftsbild geachtet. Durch ihre jeweilige Lage und teilweise durch bestehenden Bewuchs wird die Sichtbarkeit der Anlagen bereits auf natürlicher Weise reduziert. Dies soll durch weitere Maßnahmen verstärkt werden. Hierfür können zum einen zusätzliche Hecken an den Außenseiten der Anlagen gepflanzt werden. Mögliche Blendwirkungen werden im Planverfahren durch ein Blendgutachten untersucht. Auf Basis dieses Gutachtens werden entsprechende Maßnahmen definiert (falls notwendig).

Regionalität
Als Unternehmen mit starkem lokalem Bezug ist es ein Anliegen der RheinEnergie AG und der AggerEnergie GmbH den Ausbau der Erneuerbaren Energien in der Region voranzutreiben und somit zum Gelingen der Energiewende vor Ort beizutragen. Die Kooperation von RheinEnergie AG und AggerEnergie GmbH verstärkt die Beziehung in die Region und stellt sicher, dass auch direkt vor Ort Ansprechpartner verfügbar sind. So haben wir in Gummersbach von Beginn an die Projektentwicklung gemeinsam eng mit den lokalen Stakeholdern abgestimmt. Die RheinEnergie AG und die AggerEnergie GmbH sind dabei die perfekten Partner für eine langfristige Zusammenarbeit. Wir streben an, unsere Projekte über die gesamte Lebensdauer zu betreiben und nicht an Fremdfirmen zu veräußern. So wird auch während des Anlagenbetriebs vor Ort eine zuverlässige Betreuung und Instandhaltung gewährleistet.
Projektentwicklung
Die Entwicklung einer Freiflächen-Photovoltaikanlage erfordert mehrere Schritte. Angefangen bei der beschriebenen Suche nach Potenzialflächen durchläuft das Projekt mehrere Planungsphasen, inklusive der Bauleitplanung, bis die Bauphase beginnen kann. Im Projekt Gummersbach-Lützinghausen befinden wir uns derzeit im Bereich der Vorplanung, um genau zu sein noch vor dem Bauleitplanverfahren. Im Rahmen eines möglichen Verfahrens können Stellungnahmen von Privatpersonen als auch von Trägern öffentlicher Belange abgegeben werden. Die gesamte Projektentwicklung ist in enger Abstimmung mit der Stadt erfolgt. Dies soll auch im weiteren Verlauf fortgeführt werden. Wir werden hier über die weiteren Entwicklungen und den jeweiligen Planungsstand berichten.
Wie sieht der Ablauf eines Erneuerbaren-Energien-Projekts aus?
Bevor eine Anlage klimaneutral Strom produzieren kann, sind mehrere Projektschritte nötig. Welche diese im Wesentlichen sind, sehen Sie am folgenden Schaubild:
Gründe für die Photovoltaik
Uns ist bewusst, dass bei einem großen Projekt wie hier Unsicherheiten und Bedenken entstehen. Wir nehmen diese ernst und stehen für Fragen gerne zur Verfügung. Wir möchten Ihnen aber gerne jetzt schon die wichtigsten Gründe für die Photovoltaik mit auf den Weg geben:
- Heutzutage können bereits wenige Hektar einer Freiflächen-Photovoltaikanlage mehrere tausend Haushalte mit grünem Strom versorgen! Damit trägt sie einen wertvollen Teil zur Erhaltung unseres Klimas und zur Energiewende bei.
- Photovoltaikanlagen produzieren bereits ab einer geringen Helligkeit, also auch bei diffusem Licht unter bewölktem Himmel, Strom. Im Jahr 2023 wurden rund 12,1 Prozent der deutschen Stromerzeugung durch Photovoltaik geleistet (Quelle: Bundesnetzagentur)
- Freiflächen-Photovoltaikanlagen können einfach installiert und gleichermaßen auch wieder demontiert werden. Im Regelfall benötigt man nicht einmal Fundamente, es werden lediglich Stahlpfosten in den Boden gerammt. Unter den Anlagen wird die Natur meist nur minimal durch die teilweise Abschattung des Sonnenlichts beeinträchtigt. Im Regelfall wird eine vorher landwirtschaftlich genutzte Fläche ökologisch deutlich aufgewertet und eine hohe Biodiversität geschaffen.
- Hinzu kommt, dass die „Ressource“ Sonne für uns unbegrenzt und kostenlos verfügbar ist. Die energetische Amortisationszeit einer Photovoltaikanlage beträgt in Deutschland zwischen ca. 12 und 24 Monaten (Fraunhofer ISE, Aktuelle Fakten zur Photovoltaik in Deutschland, Zusammengestellt von Dr. Harry Wirth, Fassung vom 5. September 2024). Das bedeutet, dass nach spätestens 24 Monaten die Menge an Energie produziert wurde, die insgesamt für Produktion, Aufstellen, Betrieb und Entsorgung der Anlage aufgewendet wurde.
- Nach diesen 24 Monaten produziert die Anlage klimaneutralen Strom. Im Gegensatz dazu ist eine energetische Amortisation bei konventionellen Kraftwerken nicht möglich, da diese auf eine stetige Zufuhr von fossilen Brennstoffen in Form von Kohle oder Gas, angewiesen sind und daher über die komplette Betriebsdauer hinweg sehr große Mengen CO2 produzieren.
Vorteile für Stadt und Bürger
Neben den technischen und energetischen Vorteilen, ergeben sich auch für die Standortgemeinden sowie ihre Bürger und Bürgerinnen ganz konkrete Vorteile:
- Nach §6 des Erneuerbaren-Energien-Gesetz 2023 (EEG 2023) haben Projektierer die Möglichkeit, von der Errichtung einer Freiflächen-Photovoltaikanlage betroffene Städte oder Gemeinden am Projekt finanziell zu beteiligen. Für jede eingespeiste Kilowattstunde Strom kann die Stadt/Gemeinde mit 0,2 Ct am Stromerlös partizipieren. Für eine Freiflächen-Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 20 MWp bedeutet dies ungefähr 40.000 € pro Jahr.
- Die Einnahmen nach o.g. §6 EEG können von der Stadt/Gemeinde auf vielfältige Weise frei verwendet werden. So kann beispielsweise in die Instandhaltung oder den Neubau von städtischen Gebäuden und der Infrastruktur investiert werden, was einen direkten Nutzen für die ansässigen Bürger darstellt.
- Die AggerEnergie GmbH plant, die Bürger und Bürgerinnen an den Projekten zu beteiligen. In welcher konkreten Form dies geschehen soll, wird aktuell noch ermittelt.
- Die Einbindung lokaler Unternehmen wird beim Bau und der Instandhaltung stets angestrebt, damit auch die heimische Wirtschaft davon profitieren kann.

Häufig gestellte Fragen zur Solarenergie
Denkt man an die Errichtung einer großen Anlage zur Stromerzeugung, treten einige Fragen und Bedenken auf. Hier finden Sie alle wichtigen Infos rund um Windenergie und was es für Anwohner und nicht zuletzt die Natur bedeutet, wenn Windkraftanlagen errichtet werden sollen.
Solarenergie
Warum brauchen wir Photovoltaikanlagen?
Die überwältigende Mehrheit der Wissenschaftler ist sich einig, dass sich unsere Erde erwärmt und die vom Menschen verursachten CO2-Emissionen dafür verantwortlich sind. Die negativen Folgen hiervon können schon heute in vielen Teilen der Erde beobachtet werden. Die Art und Weise, wie wir unseren Strom erzeugen, trägt maßgeblich zu diesen Emissionen bei. Daher ist es dringend erforderlich, unsere Energieversorgung zu dekarbonisieren und unseren Gesamtenergieverbrauch zu senken, um auch den folgenden Generationen einen lebenswerten Planeten zu hinterlassen.
Die Solarenergie bietet hierfür eine sehr gute Möglichkeit. Sie hat nur geringe Auswirkungen auf die Umwelt, ist mittlerweile kostengünstig, wirkt sich positiv auf die lokale Tierwelt aus und hat nur begrenzte Auswirkungen auf die lokalen Städte, Gemeinden und Anwohner.
Welche Ziele gibt es für den Ausbau von Photovoltaik-Freiflächenanlagen?
Die Ausbauziele der Bundesregierung sehen vor, dass deutschlandweit bis 2030 Solaranlagen mit einer elektrischen Gesamtleistung von 215.000 MW (215 GW) installiert werden. Die Leistung soll sich jeweils etwa zu Hälfte auf Dach- und Freiflächenanlagen verteilen.
Was ist eine Agri-Photovoltaikanlage?
Eine Agri-Photovoltaikanlage ist ein großflächiger Verbund von Photovoltaikmodulen zur Erzeugung von regenerativem Strom. Gleichzeitig kann zwischen den Modulreihen aufgrund größerer Reihenabstände als bei herkömmlichen Freiflächen-Photovoltaikanlagen weiterhin Ackerbau oder Tierhaltung betrieben werden. Die Module wandeln Sonnenlicht direkt in (Gleich-) Strom um und speisen diesen über Wechselrichter, die den Strom von Gleichstrom in netzkonformen Wechselstrom umwandeln, in das lokale Stromnetz ein. Photovoltaik-Module benötigen keine direkte Sonneneinstrahlung und können somit auch bei bewölktem Wetter bzw. diffuser Lichteinstrahlung Strom erzeugen.
Welche Auswirkung hat eine Agri-Photovoltaikanlage auf das lokale Landschaftsbild?
Agri-Photovoltaikanlagen werden so geplant, dass sie sich möglichst verträglich in das bestehende Landschaftsbild einfügen. Aufgrund ihrer Bauweise bleiben die Anlagen in der Regel sichtbar, jedoch kann ihre Wirkung durch eine angepasste Gestaltung reduziert werden. Bei Bedarf sind ergänzende Maßnahmen wie die gezielte Pflanzung von Hecken oder anderen Strukturelementen möglich, um Sichtbeziehungen zu mindern – insbesondere im Umfeld von Wohnbebauung. Die PV-Module werden auf Metallgestellen montiert, welche direkt in den Boden gerammt werden. Die landwirtschaftliche Nutzung der Fläche bleibt weiterhin möglich. Durch die aufgelockerte Bauweise und die landwirtschaftliche Nutzung entsteht ein insgesamt durchlässiger Eindruck im Vergleich zu klassischen Freiflächenanlagen. Aus versicherungstechnischen Gründen ist eine Umzäunung erforderlich, deren Gestaltung den Anforderungen der örtlichen Planungsbehörde entspricht. Dabei kommen etwa unauffälligere, grüne Zäune zum Einsatz. Kleinere Tiere können ungehindert unter dem Zaun auf die Fläche gelangen.
Welchen Einfluss hat die Agri-Photovoltaikanlage auf die Tier- und Pflanzenwelt?
Agri-Photovoltaikanlagen verändern die Bewirtschaftungsbedingungen landwirtschaftlicher Flächen in einer Weise, die zusätzliche ökologische Effekte ermöglicht. Die Modulstruktur reduziert beispielsweise Windgeschwindigkeiten und direkte Sonneneinstrahlung auf Teilflächen, was zu einer geringeren Austrocknung des Bodens führen kann. Davon profitieren insbesondere Bodenorganismen, die eine wichtige Rolle für Nährstoffkreisläufe und die Bodenfruchtbarkeit spielen. Gleichzeitig entstehen durch die technische Infrastruktur lineare Strukturen und wenig befahrene Bereiche, die als Rückzugs- und Bewegungsräume für Kleintiere dienen können. Auch die Kombination unterschiedlicher Bewirtschaftungsintensitäten innerhalb einer Fläche trägt dazu bei, die Standortvielfalt zu erhöhen. Durch gezielte Gestaltung – etwa mit Grünstreifen unter den Modulen oder anderen Pflanzmaßnahmen – lassen sich zudem Nahrungsangebote und Habitatstrukturen für Insekten und andere Tiergruppen verbessern.
Können Flächen weiterhin landwirtschaftlich genutzt werden, sobald die Photovoltaik-Freiflächenanlage errichtet wurde?
Bei Agri-PV-Anlagen bleibt der Ackerbau erhalten, da die Module in Reihen mit ausreichendem Abstand und Höhe installiert werden, sodass Maschinen weiterhin eingesetzt werden können. Typische Kulturen wie Getreide (z. B. Weizen, Gerste) und Raps lassen sich unter diesen Systemen gut anbauen. Die wechselnde Verschattung durch die nachgeführten Module (Trackersystem) kann dabei sogar helfen, Trockenstress zu reduzieren und Erträge zu stabilisieren.
Wie lange ist die Bauzeit einer Agri-Photovoltaikanlage?
Der Bau dauert in der Regel 2 - 6 Monate, abhängig von der Größe der Anlage und der Anzahl der Personen, die die Montage durchführen.
Ist eine aktive Wartung der Agri-Photovoltaikanlage erforderlich?
Nachdem die Agri-Photovoltaikanlage in Betrieb gegangen ist, wird sie fernüberwacht und erfordert über das Jahr nur wenige regelmäßige Wartungs- bzw. Pflegeeinsätze. So erfolgt etwa zweimal jährlich eine Grünpflege unter der Photovoltaik-Anlage, um einer Überwucherung entgegenzuwirken. Sollte ein technischer Einsatz aufgrund von Störungen doch einmal nötig sein, kümmert sich in der Regel ein örtlicher Elektriker um die Reparatur der defekten Anlagenteile.
Besteht die Gefahr einer Blendwirkung durch die Agri-Photovoltaikanlage?
Photovoltaikmodule sind so konzipiert, dass sie Licht absorbieren und so gut wie nicht reflektieren. Sollte im Umfeld einer geplanten Photovoltaik-Freiflächenanlage die Möglichkeit der Blendwirkung von Anwohnern oder Verkehrsteilnehmern bestehen, so wird dies im Vorfeld durch ein Blendgutachten überprüft. Falls nötig, kann dementsprechend eine negative Blendwirkung durch Anpflanzung von Vegetation oder eine angepasste Ausrichtung der Module verhindert werden.
Wie sieht es mit Geräuschemissionen aus?
Photovoltaikmodule selbst sind völlig geräuschlos. Das einzige Geräusch, das aus einer Photovoltaik-Freiflächenanlage vernehmbar ist, ist ein leises Summen der Lüfter der Wechselrichter und Trafostationen direkt vor Ort. Durch eine sinnvolle Anordnung der Wechselrichter und Trafostationen können Geräuschemissionen außerhalb der Photovoltaik-Freiflächenanlage in der Regel komplett vermieden werden. In der Nacht bleiben die Wechselrichter vollkommen geräuschlos.
Wie hoch ist die Photovoltaik-Anlage?
Die Höhe der Photovoltaikmodule und Trafostationen beträgt bei klassisch aufgeständerten Photovoltaikanlagen etwa 3-3,5 Meter. Bei Agri-Photovoltaik kann die Höhe der Anlage durch gesetzliche Anforderungen entsprechend abweichen.
Wie wird die Photovoltaik-Freiflächenanlage eingezäunt?
Da es sich bei der Photovoltaik-Freiflächenanlage um eine elektrische Betriebsstätte handelt, ist eine Einzäunung vorgeschrieben. Dieser Zaun ist etwa 2 Meter hoch. Des Weiteren ist der Zaun nicht mit dem Boden verbunden. Für die Wildtierdurchgängigkeit wird ein ausreichender Abstand vom Boden eingehalten.
Was ist mit Stromkabeln oder Masten?
Der Netzanschluss geschieht in der Regel unterirdisch. Der genaue Netzanschlusspunkt wird vom Netzbetreiber definiert. Das Kabel wird einmal beim Bau der Anlage verlegt, nach der Verlegung wird die Oberfläche wieder hergestellt.
Warum wird die Photovoltaik-Freiflächenanlage nicht auf Dächern von Häusern gebaut?
Die Installation von Photovoltaikanlagen auf Haus- und Industriedächern muss weiter ausgebaut werden. Um die Klimaziele zu erreichen, ist jedoch sowohl der Ausbau von Photovoltaik auf Dächern als auch auf Konversions- und Freiflächen dringend notwendig. Photovoltaik-Freiflächenanlagen können in der Regel deutlich größer dimensioniert werden, was zum einen höhere Gesamtleistungen zur Folge hat, aber aufgrund von Skaleneffekten auch eine kostengünstigere Stromerzeugung ermöglicht. Die hohe Stromausbeute bei Freiflächenanlagen ist jedoch nicht nur aufgrund ihrer Größe, sondern auch der besseren Hinterlüftung zu verdanken. Stehen Solarmodule frei statt auf einem Dach montiert zu sein, ist der Kühleffekt größer und es kann mehr Strom erzeugt werden. Außerdem ist die Wartung der Freiflächenanlagen aufgrund der guten Zugänglichkeit meist leichter und die Anlage kann nach einer Reparatur schneller wieder Strom erzeugen.
Besteht eine Flächenkonkurrenz zur Landwirtschaft?
Die Primärnutzung der Fläche bleibt weiterhin Landwirtschaft, die Energieerzeugung durch die Agri-Photovoltaikanlage wird die Sekundärnutzung. Gemäß der DINSpec 91434 müssen mindestes 85% der Gesamtfläche dauerhaft für die Landwirtschaft erhalten bleiben. Des Weiteren muss der landwirtschaftliche Ertrag mit der Agri-Photovoltaikanlage zukünftig mindestens 66,6% des Referenzertrages vor dem Bau der Anlage (⌀ 3 Jahre / ein Fruchtfolgezyklus) betragen. Die Landnutzungseffizienz steigt aufgrund der Doppelnutzung (landwirtschaftlich und energetisch) deutlich. Das Umweltbundesamt schätzt den Flächenbedarf für Freiflächenphotovoltaikanlagen gemessen an den Ausbauzielen auf ca. 80.000 ha bis 2030 zusätzlich zum Bestandssockel von etwa 30.000 ha (Ende 2020). Damit entspricht der gesamte Flächenbedarf bis 2030 etwa 0,5 – 0,6 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche in Deutschland (UBA, Umweltverträgliche Standortsteuerung von Solar-Freiflächenanlagen, 2022). Im Vergleich dazu werden aktuell auf rund 13% der landwirtschaftlichen Fläche in Deutschland Energiepflanzen angebaut (FNR, Anbau und Verwendung nachwachsender Rohstoffe in Deutschland, 2024), insbesondere für die Herstellung von Biogas und Biokraftstoffen. Laut Umweltbundesamt kann durch Freiflächenphotovoltaikanlagen im Jahr allerdings rund 40-mal mehr Strom pro Hektar erzeugt werden als beispielsweise durch Biogasanlagen, welche z.B. mit Mais beschickt werden (UBA, Photovoltaik-Freiflächenanlagen, 2023).
Wird der Boden beim Bau der Anlage verdichtet?
Durch den Einsatz von Kettenfahrzeugen kann die Bodenverdichtung beim Bau auf ein Minimum reduziert werden. Durch die Verteilung des Gewichts auf eine größere Fläche wird weniger Druck auf den Boden ausgeübt. Ist das Anlegen von Wegen unumgänglich, bleibt die Oberfläche durchlässig durch etwa den Einsatz von Schotter. Die Wege werden nach Abbau der Agri-Photovoltaikanlage üblicherweise wieder zurückgebaut und der vorherige Zustand wieder hergestellt.
Geht eine Brandgefahr von der Anlage aus?
Die Module können aufgrund der Sonneneinstrahlung eine Oberflächentemperatur von 70-80 °C entwickeln. Da sie sehr gut belüftet sind, besteht aber keine Brandgefahr. Die Wärmespeicherung ist zudem deutlich geringer als etwa bei Bauten aus Stein oder Beton. Möglichen Brandlasten durch die Trafostationen und Wechselrichter wird durch regelmäßige Wartung, einem Brandschutzkonzept sowie Abstimmung mit der Feuerwehr vorgebeugt. Alle Module und Leitungen sind mehrfach isoliert, um eine Gefährdung für Mensch und Tier auszuschließen.
Wie beeinflusst eine Freiflächensolaranlage den Wasserhaushalt der Fläche?
Der Wasserhaushalt wird durch die Überschirmung nicht beeinträchtigt, da Regenwasser an jedem Modul ablaufen und auf der Fläche versickern kann. Zu diesem Zweck werden die Module mit ausreichend Abstand montiert.
Welche Schadstoffe gelangen durch die Anlage in den Boden?
Im Gegensatz zu anderen Nutzungsarten ist auf den genutzten Flächen kein Einsatz von Reinigungsmitteln, Pestiziden oder sonstigen Schadstoffen nötig. Es werden keine wassergefährdenden Stoffe verwendet. Somit kommt es durch die Photovoltaik-Freiflächenanlage zu keinem Schadstoffeintrag in den Boden.
Was bleibt nach der Anlagenlaufzeit zurück?
Durch Photovoltaik-Freiflächenanlagen werden Grundstücke nur vorübergehend (25-30 Jahre) überbaut. Der Rückbau der Photovoltaik-Freiflächenanlage wird bereits bei der Planung berücksichtigt und erfolgt in der Regel rückstandsfrei.
Welche Auswirkungen hat die Grünpflege auf die die Projektfläche bewohnenden Tiere?
Nach Möglichkeit ist ein Kurzhalten der Vegetation durch Schafe wünschenswert. Ist dies nicht möglich, kann die Fläche im Abstand mehrerer Monate gemäht werden.
Welche Vorteile haben Solarparks für die Region?
Agri-Photovoltaikanlagen bergen viele Vorteile für Natur, Landwirtschaft und Finanzen in einer Stadt oder Kommune. Grenzertragsstandorte werden aufgewertet und wieder wirtschaftlich.
Wir sind bestrebt, regionale bzw. lokale Unternehmen bei Bau und Pflege der Erneuerbaren-Energien-Anlage einzubinden. Sie können dabei nachhaltig profitieren - etwa durch große Aufträge beim Bau bzw. eine langfristige Sicherheit für wiederkehrende Aufträge wie z. B.:
- Bau von Zuwegung, Zäunen und Stellflächen für technische Anlagen
- Umsetzung und Pflege von Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen
- Einbindung von Elektrikern vor Ort für die Wartung und Reparatur
- Laufende Pflege, z. B.:
- Reinigung und Winterdienst
- Wegeinstandhaltung
- Heckenschnitt
- Mulchen
Jede Erneuerbaren-Energien-Anlage ist eine Investition in die Zukunft – für uns und für künftige Generationen.